Dübelabzeichungen
Bei der Planung und Ausführung von WDV-Systemen sind Dübel ein wichtiges Thema. Dübel dienen als Befestigungsanker und kommen bei geklebt und gedübelten Systemen zum Tragen. Sie befestigen dabei die Dämmplatten zusätzlich zur Verklebung mechanisch am Wandbildner und tragen auf diese Weise zur Stabilität bei. Eine gleichmäßige Verteilung der Dübel trägt dazu bei, die auf die Dämmplatten einwirkende Last gleichmäßig auf die gesamte Fläche zu verteilen. Auf diese Weise können sich Dübel positiv auf die Lebensdauer des WDV-Systems auswirken.
Wie aber kommen die kreisrunden Dübelabzeichnungen auf die Fassadenoberfläche? Hierfür kommen mehrere Ursachen in Betracht:
Die vermutlich häufigste Ursache stellen Wärmebrücken dar. Während der Dämmstoff seiner Bestimmung nachgeht und die Wärmetransmission vom Gebäudeinneren zur Fassadenoberfläche verringert, leiten Metalldübel Wärme sehr gut. Nachdem diese im Wandbildner zu verankern sind und dabei den Dämmstoff durchdringen, wird Wärme aus dem Gebäudeinneren punktuell durch den Dämmstoff hindurch an die Fassadenoberfläche geleitet. Der Kunststoffkragen des Dübels erwärmt sich dabei und leitet die Wärme an den darüber liegenden Putz weiter. Diese Bereiche sind nun wärmer und stellen physikalisch ein geringeres Risiko gegenüber Kondensation dar. Es ergibt sich ein tendenziell trockeneres Milieus in welchem Mikroorganismen (Algen, Pilze, Moose, Flechten, …) entsprechend schlechter gedeihen können. Die Fassade bleibt in diesen Bereichen eher sauber und umliegende Bereiche können einem höheren Risiko zum mikrobiellen Bewuchs unterliegen. In diesem Szenario zeichnen sich die Dübel heller ab.
Weiterhin können aber auch Montagefehler zu einer oberflächlichen Abzeichnung führen. Werden oberflächenbündig zu setzende Dübel auf Grund von Unachtsamkeit zu tief montiert, staucht es in diesem Bereich den Dämmstoff und erzeugt an dieser Stelle eine Vertiefung. In der Regel wird diese im Anschluss lediglich mit Putz aufgefüllt. Es entsteht partiell eine höhere Putzschichtdicke im Vergleich zur umliegenden Fassadenoberfläche. Einhergehend geschieht dies mit einer höheren Wärmespeicherfähigkeit (bei mineralischen Putzen). Durch diesen Umstand kann dieser Bereich ein niedrigeres Kondensationsrisiko aufweisen und auch hier gedeihen Mikroorganismen entsprechend schlechter. Die Dübelabzeichnungen fallen auch hier tendenziell heller aus.
Eine weitere Ursache kann durch Frost entstehen. Wenn im Winter die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, kann die sich auf der Fassade befindliche Feuchtigkeit gefrieren - Eis entsteht. Wenn nun Dübel partiell Wärme vom inneren des Baukörpers an die Oberfläche leiten, können Bereiche entstehen welche durch Wärmezufuhr aus dem Gebäudeinneren nicht gefroren sind. Diese Bereiche behalten sodann den ursprünglichen Farbton der Fassade bei während die mit Eis beaufschlagten Bereiche weislicher und heller erscheinen können. Je intensiver der Farbton ist, desto deutlicher zeigt sich dieser Effekt.