WDVS Standsicherheit
Die Systemöffnung eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) ist ein essenzieller Schritt zur Überprüfung der statischen Integrität und der fachgerechten Ausführung der Dämmung. Notwendig ist diese bspw. im Vorfeld einer putztechnischen Ertüchtigung oder vor einer WDVS- Aufdoppelung.
Durch beide Maßnahmen wird das Gewicht der Fassade signifikant erhöht – hierfür muss das bestehende WDVS entsprechend tragfähig sein. Weiterhin kommt im Zweifelsfall auch bspw. die Kontrolle der fachgerechten Ausführung als Grund in Frage.
Bei Einfamilienhäusern wird in der Regel eine Öffnung an geeigneter Stelle durchgeführt. Bei größeren Objekten wird eine Öffnung je Seite angestrebt. Je mehr Öffnungen durchgeführt werden, umso aussagekräftiger wird das Ergebnis. Der Ablauf gestaltet sich wie folgt:
Vorbereitung:
Zunächst erfolgt die Abgrenzung des Arbeitsbereichs sowie die Einrichtung geeigneter Schutzmaßnahmen, um Staub- und Schmutzbelastungen zu minimieren. Zudem werden die erforderlichen Werkzeuge und Materialien bereitgestellt. Die Größe der Öffnungsstelle beträgt in der Regel 1 x 1 m.
Entfernung der Oberflächenbeschichtung:
Die äußere Putz- oder Oberflächenbeschichtung wird vorsichtig und kontrolliert entfernt, um Zugang zur Dämmung zu schaffen. Dabei ist besondere Sorgfalt geboten, um Beschädigungen am Dämmmaterial zu vermeiden.
Entfernung des Dämmstoffs
Sodann wird der Dämmstoff entfernt und der Untergrund, sowie auch die Verklebung der Dämmplatte zum Untergrund hin kontrolliert.
Inspektion:
Im Anschluss erfolgt die visuelle und ggf. messtechnische Untersuchung der Dämmstoffschicht auf Risse, Feuchtigkeitsschäden, Ablösungen, Verklebung, Schichtdicke oder andere Mängel. Ebenso werden die Befestigungsmittel, wie Dübel und Anker, auf ihre korrekte Position und Festigkeit geprüft.
Wiedereinbau:
Nach Abschluss der Prüfung wird die Oberfläche wieder verschlossen, um die Schutzfunktion und die Wärmedämmung dauerhaft zu gewährleisten.
Bewertung der Standsicherheit:
Auf Basis der Inspektionsergebnisse wird beurteilt, ob die Dämmung noch tragfähig ist, zulassungskonform errichtet und den statischen Anforderungen entspricht. Bei festgestellten Mängeln sind gegebenenfalls Nachbesserungsmaßnahmen oder eine erneute Befestigung erforderlich. Sollten erhebliche irreparable Mängel gefunden werden, kann die geplante putztechnische Ertüchtigung oder Aufdoppelung nicht ausgeführt werden. In diesem Fall bleibt nur der Rückbau oder eine anstrichtechnische Ertüchtigung.
Diese systematische Vorgehensweise stellt sicher, dass die Standsicherheit des WDVS zuverlässig beurteilt und gegebenenfalls sichergestellt werden kann. Bei weiteren Fragen oder Bedarf an detaillierten Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.